Suche Frieden und jage ihm nach!

Suche Frieden und jage ihm nach!

Wenn wir uns auf die Suche nach dem Frieden machen und unsere kleine und große Welt durchstreifen, dann begegnet uns an manchen Stellen auch viel Unfrieden. Letztes Jahr haben wir uns zum Beispiel im Bezirksjugendwerk mit unserem Schutzkonzept zur Umsetzung des Kinderschutzgesetzes auseinandergesetzt. Das Bundeskinderschutzgesetz hat das Ziel, Kinder und Jugendliche besser zu schützen und sie vor Gewalt zu bewahren, bzw. ihnen zu helfen, wenn sie in Not geraten.

Trauriger Hintergrund ist, dass extrem viele Kinder Dinge erleben, die ihnen nicht gut tun, die sie nicht glücklich und zufrieden sein lassen. Wenn Kinder Vernachlässigung oder Gewalt erleben, können sie sich nicht frei entfalten und gut entwickeln. Ihr Leben wird dann bestimmt von Angst, Ohnmacht und Unsicherheit. Das ist keine gute Basis für ihre Entwicklung.

Gewalt ist ein großes Thema und hat viele Formen. Die sexualisierte Gewalt ist eine besonders fiese und schlimme Art, Macht auszuüben und Kinder für eigene Bedürfnisse zu missbrauchen. Gewalt ist dabei mehr als körperliche Übergriffe, Gewalt beginnt schon früh. Da werden Kinder immer wieder „runter gemacht“, angeschrien oder bloß gestellt. Vielleicht werden sie auch einfach missachtet und ignoriert. Jedes vierte Mädchen in Deutschland hat sexuelle Belästigung erlebt, sei es verbal oder körperlich. In diesem Bereich gibt es viele Grenzüberschreitungen, die zwar noch nicht strafbar sind, trotzdem aber schaden. Ganz zu schweigen von den vielen anzeigbaren Straftaten, die Kinder und ihr Umfeld ver- und zerstören können.

Das Bundeskinderschutzgesetz setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche besser geschützt werden! Und es kommt als Gesetzestext dabei schnell an seine Grenzen. Da kommen wir ins Spiel! Die Evangelische Jugendarbeit hat einen Auftrag! Dieser Auftrag muss sein, Kinder und Jugendliche zu schützen und sie stark zu machen, ihnen einen sicheren Raum zur Entfaltung zu geben und sie in Geborgenheit und Liebe zu begleiten.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“

Ist es an dieser Stelle nicht ganz praktisch umzusetzen, was die Jahreslosung fordert? Sich auf den Weg des Frieden zu machen ist unser urchristlichstes Handeln. Jesus selbst kam als Friedensbringer und hat Gottes Schalom höchstpersönlich in die Welt gebracht. Schalom, der göttliche Friede ist das krasse Gegenteil von Gewalt. Schalom bedeutet: Ganzheit, Unversehrtheit, Wohlergehen und Glück. 

Gott hat ein ausgeprägtes Friedensbedürfnis. So schreibt schon Jeremia: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jer 29,11)

Gott wünscht sich Frieden für seine Menschenkinder. Er will keine Gewalt, keine Traurigkeit, keine Verzweiflung. Gott will Frieden schenken und Liebe. Seine Liebe kann verändern und heilen. Er möchte Kindern und Jugendlichen und auch uns ein Leben ermöglichen, dass Hoffnung auf eine gute Zukunft hat. Wenn wir in uns diesen göttlichen Frieden finden, dann können wir ZUFRIEDEN sein. Dann können wir uns bei Gott ausruhen und bei ihm neue Kraft finden.

Jesus verstärkt Gottes Wunsch nach Frieden in der Bergpredigt: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Mt 5) Lasst uns als Kinder Gottes auf dem Weg des Friedens gehen. Gerade da, wo wir in kleinen Schritten mithelfen können, dass die Welt ein bisschen zufriedener wird. Lasst uns darauf achten, wie wir miteinander umgehen. Lasst uns gegen jede Form von Gewalt kämpfen.

Das können wir tun, weil Gott selbst unser Friedensbringer und Auftraggeber ist. Nicht der Bundestag und nicht das Sozialgesetzbuch. Gott selbst will, dass (seine) Kinder glücklich, sicher und friedlich aufwachsen. Wer will das nicht?

Schalom – Der Friede Gottes sei mit euch!

Simone Heimann