Reisen in Tansania

 Wenn jemand eine Reise tut,
So kann er was verzählen.
D’rum nahm ich meinen Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen.

(Matthias Claudius)

Zu erzählen gibt es sehr viel über unsere Reise – nicht nur über die verschiedenen Ausflüge und Reiseziele, die es zu erreichen galt, sondern auch über die Fortbewegungsmittel, die somit prägender Teil des Abenteuers wurden.
In Tansania gilt generell, dass das Reisen länger dauert als in Deutschland, denn in Tansania gibt es nur sehr wenig geteerte Straße (Tansania: 6.800km, Deutschland: 600.000km). Hierdurch müssen stellenweise lange Umwege genommen werden, so dass ein kurzer Ausflug zur Tagesreise werden kann. Doch stellt auch dieses lange Reisen zumindest im städtischen Raum kein wirkliches Problem dar, denn am Straßenrand warten viele Verkäufer, die neben geröstetem Mais und Nüssen auch Obst und Getränke anbieten. Hat man nicht übermäßig viel Gepäck, dann kann auch die Überlandreise mit einem öffentlichen Bus recht bequem sein. Problematisch ist allerdings der begrenzte Laderaum, der bei zuviel Gepäck zu spontanen Lösungen ruft.

Im Bus selber hat man schließlich die Möglichkeit ins Gespräch und in Kontakt zu kommen, denn die Tansanier sind doch wesentlich kommunikativer als wir.
Öffentliche Busse in den Städten hingegen sind recht klein, oftmals sehr voll und erfüllen wirklich nur den Zweck, um von einem Punkt an den Anderen zu gelangen.
Ist man in Tansania zu Fuß unterwegs, was in ländlichen Gebieten durchaus öfter vorkommen kann, so nimmt man die Strecke als solche häufig gar nicht wirklich wahr, denn viele Eindrücke reißen die Aufmerksamkeit an sich und lassen einen den Weg vergessen: die Wolken, der Himmel, verschiedene Felder, weidende Kühe, manchmal eine Wasserstelle und oftmals andere Menschen.

Für zu Fuß Reisende zeichnet sich die Offenheit der Tansanier deutlich ab: So werden wenigstens ein paar Worte und Habari´s gewechselt, sich ausgetauscht, wo man (gerade) herkommt und wenn man Glück hat, bekommt man auch die ein oder andere Spezialität zu essen angeboten.

Wer eine Reise in Tansania antritt sollte also darauf gefasst sein, dass sie länger dauern könnte als erwartet, aber auch, dass man auf dem Weg als solchem durchaus verschiedene Menschen und deren Geschichten kennen lernen kann.

Patricia Schaible